Steinofenbau
Vom Fundament bis zum ersten Feuer – der Bau unseres Steinbackofens aus Feldbrand- und Schamottesteinen im Frühjahr 2013.
- Fundament
- 120 × 130 cm, 70 cm tief
- Wärmespeicher
- Schamotte
- Bodenisolierung
- 5 cm Steinwolle
- Schornsteinschacht
- 10 × 10 cm
Schon lange haben wir den Gedanken im Kopf, einen Steinbackofen zu bauen. Es ist auch schon lange her, dass wir uns ein Buch zu diesem Thema gekauft haben. Nun wurde es Zeit, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Wir begannen im Frühjahr 2013. Die Planung fand überwiegend während des kalten Winters Januar, Februar und März 2013 statt.
Zu Beginn ging es um Grundsätzlichkeiten. Wie soll er aussehen? Welche Maße soll er haben? Welches Baumaterial soll verwendet werden? Das Internet bietet auch hierzu viele Informationen. Wir entschieden uns dann für Schamottesteine als Wärmespeicher, weil sie gegenüber Lehm den Vorteil haben, dass sie robuster sind. Der Lehmbauer wird wahrscheinlich Gegenargumente bringen, aber derzeit bin ich von der Wahl der Schamottesteine überzeugt.
Das Fundament
Nachdem wir einen geeigneten Platz auf unserem Grundstück gefunden hatten, begannen wir mit den Vorbereitungen für das Fundament. Wir gruben ein etwa 120 x 130 cm großes Loch mit einer Tiefe von ca. 70 cm. Das Loch wurde mit Kies gefüllt. Anschließend wurde das Fundament gegossen. Wer mich kennt, weiß, dass ich an Zement nicht gespart habe. Zudem wurden Bewehrungseisen hinzugefügt.
Der Sockel
Ich kaufte alte Feldbrandsteine für den unteren Sockel. Aus Sperrholz fertigte ich eine Schablone. Dann wurden die ersten Steine gemauert.
Die Holzkonstruktion und Richtschnur waren unverzichtbar, um gerade Wände zu mauern. Denn die Feldbrandsteine hatten alle unterschiedliche Formate.
Beim Einschalen wurden Viertelprofile an den oberen und unteren Kanten befestigt, damit die Kanten der Betondecke abgerundet sind. Man kann es später besser erkennen, wenn die Betondecke fertig ist.
Ich habe weißen Zement benutzt, in der Hoffnung, dass die Platte auch immer schön weiß bleibt. Den Mehrpreis hätte ich mir sparen können. Im vorderen Bereich habe ich zwei Eisen eingebracht. Sie sollten später dazu dienen, eine Ablagefläche vor der Ofentür aus Beton gießen zu können.
Schamotte und Isolierung
Zum Thema Schamottesteine könnte ich ein abendfüllendes Programm bieten. Denn so leicht, wie ich mir das vorgestellt habe, war es nicht. Man liest im Internet, dass man darauf achten soll, lebensmittelechte Schamottesteine zu benutzen. Beim örtlichen Baustoffhandel erntete ich nur verständnisloses Kopfschütteln. Dann habe ich verschiedene Hersteller von Schamottesteinen angeschrieben. Wenige hatten ein Zertifikat. Es gab Zertifikate, die von der Firma selber ausgestellt wurden. Nach langer Suche habe ich mich für Schamottesteine vom Ziegelwerk Waldsassen „Hart Keramik“ entschieden. Und hier bin ich auf einen sehr hilfsbereiten Mitarbeiter gestoßen, der mir sehr geholfen hat. Nachdem ich die Lieferung erhalten hatte, wurde der Bau fortgesetzt.
Über die Bodenisolierung habe ich mir schon frühzeitig Gedanken gemacht. Ich habe nun eine 5 cm dicke hitzebeständige Steinwolle (Rockwool) mit der Bezeichnung ProRox WM 950 ausgelegt. Man kann sie im Internet bestellen. Die im Baumarkt verfügbare Steinwolle hat den Nachteil, dass die verwendeten Kleber bei Hitze ausgasen. Auf die Steinwolle habe ich dann 25 Kilogramm Quarzsand geschüttet.
Auf die dicke Isolierungsschicht habe ich dann die Schamotteplatten gelegt. Sie haben die Maße 50 x 20 cm. Da sie etwa 3,4 cm dick sind, habe ich sie doppelt gelegt, um mehr Speichermasse am Boden zu haben.
Gewölbe, Tür und Außenwand
Um das Gewölbe zu mauern, habe ich ebenfalls Schablonen angefertigt. Die Ofentür habe ich im Internet gekauft.
Als Nächstes wurde die Außenwand gemauert. Die Front sollte mit Feldbrandsteinen sichtbar gemauert werden. Die Seiten sollen später verputzt werden.
So sieht der gemauerte Backraum aus. Die Türöffnung ist fast genauso groß, wie der Backraum breit ist. Das soll dazu dienen, den Backraum auch mit großem Backgut leicht bestücken zu können.
Der Schornstein
Bevor ich das Gewölbe der Außenwand komplett mauern konnte, musste zunächst der aufliegende Schornstein fertiggestellt werden. Das Gefälle, welches ich im Backraum habe, musste ich nun wieder nach vorne hin ansteigen lassen. Der aufliegende Schornstein wurde mit feuerfestem Mörtel „Fondu Lafarge“ gemauert.
Die Holzkonstruktion (Schablone) konnte kurz nach dem Mauern entfernt werden. Danach wurde der Zwischenraum mit Isolierung verfüllt. Als Isolierung wurde die bereits beschriebene hitzebeständige Steinwolle genommen.
Damit die Hitze nicht entweicht, habe ich aus Edelstahlresten einen einfachen, aber effektiven Schieber gebaut. Er wird in den Schornstein eingesetzt, damit die Hitze nicht entweichen kann, wenn der Ofen auf Betriebstemperatur ist.
Fertig ist der Schornstein. Ich habe die Feldbrandsteine halbiert, sodass sie eine Wanddicke von 5 cm haben. So wurde der Schornstein nicht zu dick. Mittig habe ich einen Schacht von 10 cm x 10 cm.
Das erste Feuer
Natürlich konnten wir nicht lange warten, um den Ofen etwas anzuheizen.
Jetzt müssen noch die Seiten verputzt und die Abstellfläche vor der Tür gegossen werden.